Willkommen beim Kletterverein Buschmühle 97

bergsteigen ist die Kunst, auf dem Umweg über einen Gipfel unter Lebensgefahr zu der Stelle zurückzukehren, an der man sich sowieso schon befunden hat

Freitag, 17. Oktober 2008

Back from Éire

Hi Mädels und Jungs,


Nadine und ich sind zwar jetzt schon fast ne Woche wieder im Lande, die Erinnerungen an unsere 14-tägige Fahrradrundreise im Südosten Irlands sind allerdings noch frisch, weshalb ich die Chance nutze und hier ein paar Erlebnisse und Bilder veröffentlichen.

Start und gleichzeitig Ziel unserer Tour war Dublin, das mit seiner Öffnung für Wirtschaft, Industrie und natürlich Tourismus, welches sich in den letzten Jahren zu einer aufstrebenden europäischen Hauptstadt mit jeder Menge Multikulti gemausert hat. Mittlerweile trifft man hier Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten, die sich hier in den Abendstunden in den zahlreichen Pubs und Clubs der Stadt vergnügen wollen oder sich dieses zu Nutze machen wollen und somit ist der Kontakt zu illustren Gestalten vorprogrammiert. Alles vom Bettler am Straßenrand, über zahlreiche Straßenkünstler und Pubbesitzer, über den Durchschnittstouristen, bestückt mit Kamera und Souvenirs, bis hin zu hoch dekorierten Geschäftsleuten im feinen Zwirn ist hier alles vertreten und versucht den Abend auf die jeweils angenehmste oder gewinnbringendste Art und Weise zu vollbringen. Dadurch dass die Stadt allerdings so eine aufstrebende Metropole ist merkt man allerdings auch, dass die Menschen hier zu großen Teil auf sich selbst fixiert sind und eine Individualität des Lebens wie in anderen Großstädten auch vorherrscht und jeder doch irgendwo für sich alleine lebt.

Ganz anders ist das hingegen bei der Landbevölkerung und in den kleineren Städten außerhalb Dublins, die wir ebenfalls auf unserer Reise erlebt haben. Hier wird man von den Leuten freundlich und herzlich empfangen und wenn man mit der Karte in der Hand an einer Kreuzung steht und nach dem richtigen Weg sucht, dauert es keine fünf Minuten und mindestens ein freundlicher Ire fragt einen ob er weiterhelfen kann. Das war uns mitunter sehr von Nutzen, wenn wir mit unserer nicht immer mit der Wirklichkeit übereinstimmenden Karte mal etwas am Krübbeln waren.

Unsere Tour zog sich zunächst von Dublin Richtung Süden und zum Barrow River, vorbei an den Wicklow Mountains durch die grüne Hügellandschafts Irlands. Hügel sind eigentlich allgegenwertig, weshalb man sich auch nie wirklich sicher sein kann, wann man in einem eigentlich schon längst in der Entfernung erspähten Ort ankommt. An den Ufern des Barrow ging es über Carlow nach Killkenny, wo wir uns unser ersten von zwei festen Quartieren suchten. Hier stand dann die Frage aus, ob wir weiter Richtung Westen radeln und mit dem Zug zurückfahren oder ob wir unsere Reise auf den Südosten beschränken. Aufgrund der horrenden Preise für Zugfahrten entschieden wir uns für den Südosten und tendierten die Richtung Cork als die unsere an. Dafür galt es allerding neben den obligatorischen Hügeln einige weiter größer dimensionierte Höhenzüge zu überwinden, welche sich aufgrund ihrer Straßenbeschaffenheit allerdings als leichter zu bewältigen herausstellten als angenommen.

Da wir mit Zelt unterwegs waren und möglichst preiswert durchs Land reisen wollten, hatten wir jeden Abend die neue Aufgabe ein Plätzchen zum Zelten zu finden. Das ist bei den abgesteckten und umzäunten Ländereien in Irland gar nicht so einfach. Und so hieß es eigentlich jeden Abend nach Ankunft am Tageszielort noch eine Stunde oder auch mal länger nach einem geeigneten Fleckchen Ausschau zu halten.

14 Tage hatten wir für unsere Reise Zeit und wegen der Entscheidung gegen die Bahn bestand also für uns nun die Notwendigkeit in der ersten Woche eine möglichst gleiche Entfernung zurückzulegen, die wir auch in der zweiten Woche wieder zurückzufahren konnten. Der Weg bis Cork wäre uns bedingt dadurch, dass wir auch ein bis zwei Ruhetage einlegen wollten zu lang geworden. Wir entschlossen uns demzufolge schon vor Cork Richtung Ostküste weiter zufahren und ließen uns einen Abend direkt am Ufer des Black River nieder. Diese unmittelbare Lagerung am Ufer wäre uns beinahe zum Verhängnis geworden und hätte uns in der Nacht eine böse Überraschung bereitet, hätten uns nicht zwei junge Iren darauf hingewiesen, das auch 25 km im Landesinneren noch die Flut sehr stark ausgeprägt ist. Nach dieser überwundenen Schrecksekunde und voller Dankbarkeit an die irische Landbevölkerung ging unsere Weg weiter nach Dungarvan und Waterford Richtung Arklow immer entlang an der malerischen Steilküste und von dort über Wicklow zurück nach Dublin. Der anschließende Stadtbummel und der Besuch in Tempel Bar dem Kneipen- und Szeneviertel im Süden Dublins waren eine gelungene Einstimmung auf unsere Rückreise, konnten uns allerdings nicht auf den krassen Schlag vorbereiten, den einen die deutsche Mentalität bereits am Flughafen schon wieder versetzt.

Man merkt eben immer wieder gleich, wenn man zurück in Deutschland ist ;-).

Ciao Nadine + David

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hey ihr beiden,

euer Bericht klingt echt toll. Ich komm nur nicht drum-rum, nach den Regentagen zu fragen :-). Die sind auch auf den Bildern nicht zu erkennen.

Viele Grüße
Enrico

DAFF hat gesagt…

Wir hatten eigentlich spitzen Wetter. Insgesamt nur zwei richtige Regentage und ansonsten ab und zu mal etwas "irish mist". Auf der anderen Seite der Wetterskala gabs dafür auch spitzen Spätsommerwetter mit wohligen Temperaturen, an denen wir die Tage nur in Badeklamotten am Strand verbracht haben :-).

Gruß
David