Willkommen beim Kletterverein Buschmühle 97

bergsteigen ist die Kunst, auf dem Umweg über einen Gipfel unter Lebensgefahr zu der Stelle zurückzukehren, an der man sich sowieso schon befunden hat

Samstag, 5. September 2009

Slowenien & Italien - schon fast verjährt :-)

Hoiho zusammen,

nee nee wir waren nicht schon wieder im Urlaub - eher ist das mit dem Post nur so lange nix geworden.

               

          

Unsere Reiseroute war dem Wetter geschuldet > nennen wir das Phänomen einfach mal REGEN bzw. DAUERREGEN. Das ursprünglich erste und einzige Ziel waren die julischen Alpen, in den wir uns 2007 schon Appetit geholt hatten. Da ist auf engstem Raum so ziemlich jede Bergaktivität möglich die man sich denken kann. Wir hatten uns Klettern, Hüttentour, Kajaken und Klettersteigen auf die Liste geschrieben. Am ersten Tag konnte wir dann auch gleich das Klettern abhaken, denn da hats erst ab 14:00 Uhr geregnet und das Maggi von den Fingern gewaschen. Am Tag drauf gings immerhin schon 10:00 Uhr los um dann - innerhalb von 48 h - nur noch mal kurz aufzuhören. Der tägliche Blick aufs Wetter hatte was statisches > "in 2 Tagn wirds schön". Irgendwann gingen uns die Schlechtwetteralternativen aus (Wandern musste wegens nicht vorhandenem Weg und Starkregen abgebrochen werden, und unterm Tarp sitzen und die Engländer von nebenan beobachten zieht auch nur ne Weile). Naja, wenigstens zum Kajak fahren sind wir noch gekommen > Nässe von allen Seiten war angesagt, aber wenn man sich erstmal an die feuchten, stinkenden Neoprenanzügen gewohnt hat, dann ging's.

Letztendlich haben wir in unserer Verzweiflung auf der Europawetterkarte einfach "Sonne" gesucht und sind dann dahin aufgebrochen - die Richtung hieß Ligurien. Aber nicht ohne die von uns in den 3 Tagen zur absoluten Leckerheit hochstilisierte "Kremmschnitzka" zu probieren. Unbedingt zu empfehlen, aber fragt nicht wie diese Torte wirklich heißt, keine Ahnung!

Wie zum Hohn sind wir bei eitel Sonnenschein und 31 °C im Schatten einmal am italienisch-geografischen Stiefelsaum entlang gefahren. Wir wußten nicht genau wohin, aber im Atlas stand, dass es da irgendwo auch Berge gibt. Kurz vor Dämmerung kamen nach unserer Einschätzung an und wurden mit dem Glück beschenkt, nen englichsprachigen Einheimischen zu treffen. Der hat uns dann gleich nen gratis Zeltplatz verraten, auf dem wir trotz Wölfen und einer Angst einflösenden nächtlichen Bestrahlungsaktion durch die Parkverwaltung 7 Tage campierten. War super eingerichtet der Biwakplatz: Feuerstellen, Tische + Bänke & fließendes Wasser. Selbst an der Sauerberkeit der Sanitären Anlagen war nix auszusetzen - aufgrund deren Nichtvorhandensein natürlich! Es gab unterwegs aber genügend Möglichkeiten sich im 2 - 4 cm kalten Wasser zu waschen (siehe unten).

 

Um genau zu sein, wir sind im Parco Naturale Alta Valle Pesio e Tanaro gelandet. Touristisch scheint/schien die Region nicht sehr erschlossen zu sein bzw. nicht mehr (so war es zu mindest in nem Infoblatt zu lesen). Es gab auch keine Touris - und das zur Hochsaison. Schon daher bekommt das Gebiet das unbedingte Prädikat "Empfehlenswert".

       

 

Nach nur einem Tag Suche (die besinnlichen Örtchen habe auch ihren Charme!) hatte wir dann auch ein paar Informationen für Outdooraktivitäten sowie ne Karte zusammen - und los konnte es gehen. Die höchsten Gipfel der Region sind um die 2600 m hoch, da muss man schon mal bißl beineln. Wir waren mehrmals wandern (inkl. Hüttenübernachtung), aber auch zum Klettern hat's gereicht. Potential ist da genügend vorhanden, Ein- und Mehrseillängen, Wandern, Klettersteige, Höhlen- & Skitouren - auch ne schöne Bikeabfahrt haben wir entdeckt. So und jetzt ein paar Bilder:

- Hüttentour mit Bergblicken

 

- Gut-Gehn-Lassen!

 

- Körperpflege!

 

- Gerastet:

 

Letztendlich steckte uns auch hier das Wetter im Nacken und begann schlecht zu werden. So haben wir uns nach Rücksprache mit dem heimischen Meteorologen entschlossen, die Rückfahrt in zwei Teilen anzugehen > letztes Ziel der Reise war der Lago di Garda bzw. di Ledro. Naiv-romantisch hatte wir für die Heimreise noch einen kurzen Abstecher ans Mittelmehr (Luftlinie ca. 30 km) angedacht, wo wir frühstücken und in Ruhe baden wollten. Unsere Karte zeigte lediglich ein paar kleine Ort, das Ding schien vielversprechend. Leider war das Versprechen ein Versprecher > der komplette Küstenstreifen ist bebaut...mit einem Hotel häßlicher als das andere. Naja, nach guten 2,5 Stunden hatten wir dann auch schon eine Badestelle gefunden - aber das ging's "nur schnell weg" (das Frühstück ist natürlich ausgefallen).

Am Gardasee waren wir noch etwas wandern und klettern, wobei die Wanderung ein Klettersteig werden sollte - Karte und Weg hatten sich aber denkbar schlecht abgesprochen - und das Klettern jäh durch Platzregen unterbrochen wurde.

Finalerweise hat uns auch vom Gardasee das Unwetter vertreiben. Im Bild sah's noch gut aus - die drauffolgende Nacht wars nicht mehr :-).

Um die Sache abzurunden hatte auch die Rückfahrt ihre Wetterkapriole zu bieten > die Scheefallgrenze sank an diesem Wochenende auf um die 2000 m > auf dem Brenner waren Nachmittags 15:00 Uhr 4 C°.

So, das solls erstmal gewesen sein. Seid lieb gegrüßt da draußen!

Enrico

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